Modernes Rettungszentrum bietet professionelle Hilfe

Veröffentlicht am 28.04.2014
Diplomingenieur Rainer Kitzinger, der die Bauarbeiten koordiniert und überwacht hatte, übergab symbolisch einen Schlüssel für die neuen Rettungswache an BRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger, BRK-Kreisvorsitzender Rudolf Handwerker, Rettungsdienstleiter Helmut Schroll und Wachleiter Jürgen Geisel (von links). (Foto: Michael Will)
Rund 300 Festgäste nahmen an der Einweihung und Segnung des Rotkreuzhauses mit Rettungswache teil. Die Fahrzeughalle wurde kurzerhand zur Festhalle umfunktioniert. (Foto: Michael Will)
Im BRK-Haus Ebern wurde kürzlich eine Außenstelle des Mehrgenerationenhauses Haßfurt eröffnet. BRK-Kreisvorsitzender Rudolf Handwerker (3. von rechts) und stellvertretende MGH-Leiterin Simone Geruschke (2. von rechts) besichtigten mit Ehrengästen das neu eingerichteten Spielzimmer, das durch einen ersten Baby- und Kleinkindtreff genutzt wird. (Foto: Michael Will)

Mit einem Festakt wurde die neue BRK-Rettungswache Ebern samt Rotkreuzhaus eingeweiht. Rund um die Uhr stehen Rettungsfahrzeuge und der Notarzt bereit.

 

EBERN -- Mit einem Festakt ist das neue Rotkreuzhaus samt Rettungswache am Samstagvormittag eingeweiht und gesegnet worden. Dabei machte BRK-Kreisvorsitzender Rudolf Handwerker deutlich, wie eng die Bevölkerung in und um Ebern mit dem Roten Kreuz verbunden ist. Lob gab es für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die beim Um- und Neubau Tausende Stunden Eigenleistung eingebracht haben.

 

Der Stolz war den BRK-Mitarbeitern anzusehen, als sie nach dem offiziellen Teil geladene Gäste durch die neue Rettungswache und das BRK-Haus führten. In dem modern und funktional ausgestatteten Gebäude herrschen beste Arbeitsbedingungen. So kann von der Rettungswache Ebern aus effiziente Hilfe bei Notfällen und Krankentransporten geleistet werden.

 

BRK-Kreisvorsitzender Rudolf Handwerker blickte bei seiner Festansprache vor rund 300 geladenen Gästen in der Fahrzeughalle auf eine bewegte Geschichte des Roten Kreuzes in Ebern zurück, die bereits mit der Gründung eines Frauenzweigvereins im Jahr 1870, also nur sieben Jahre nach der Gründung des Roten Kreuzes 1863 erfolgte. Ein Meilenstein war 1966 der Erwerb des ehemaligen Zollamtes in der Coburger Straße, das in Eigenleistung renoviert und umgebaut wurde und bis zum 23. April 2013 als Rotkreuzhaus mit integrierter Rettungswache genutzt wurde. 1972 wurde dort ein Lehrsaal fertig gestellt. 1972 dann eine der tiefgreifendsten Umstrukturierungen beim BRK: Im Zuge der Kreisgebietsreform wurden die Kreisverbände Haßfurt, Ebern und Hofheim aufgelöst und zum Kreisverband Haßberge zusammen geschlossen.

 

Für den Neubau des Rotkreuzhauses im Gewerbepark "Alte Kaserne" war nach Handwerkers Worten eine Prüfung des Gewerbeaufsichtsamtes im Jahr 2010 ausschlaggebend. Es stellte fest, dass sanitäre Anlagen und Ruheräume fehlten, sowie Umkleiden, die geschlechtlich getrennt sein müssen. Ein Raum zur Desinfektion, der in rein und unrein unterteilt werden konnte, sowie ein Notarztzimmer waren nicht vorhanden. "Schnell wurde klar", so der Kreisvorsitzende, "dass die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes im Gebäude in der Coburger Stra0e nicht umsetzbar waren und so begann die Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Neu- bzw. Umbau."

 

Nachdem sich auf dem ehemaligen Kasernengelände die Möglichkeit geboten habe, ein ausreichend großes Grundstück mit dem ehemaligen Sanitätsgebäude zu erwerben, stimmte der Vorstand dem Kauf, der Sanierung und dem Neubau von Garagen am 1. Dezember 2010 zu. 2011 begannen die Arbeiten, der Umzug der Rettungswache ins neue Gebäude fand am 24. April 2013 statt. "Seit diesem Zeitpunkt hatte die Raumnot ein Ende", bilanzierte Handwerker.

 

Im Obergeschoss befinden sich Lehrsäle und Räumlichkeiten, die als Außenstelle des Mehrgenerationenhauses Haßfurt und als Bildungs- und Jugendhaus genutzt werden sollen. Des Weiteren stehen Räume für die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe, Lebensrettenden Sofortmaßnahmen, Hauskrankenpflege, Erster Hilfe am Kind, die Ausbildung der BRK-Einsatzkräfte, für den Katastrophenschutz durch die Bereitschaft Ebern mit SEG Transport, für Blutspendetermine, für soziale Dienstleistungen wie Essen auf Rädern, Hausnotruf, Mobilruf und Behindertenfahrdienst zur Verfügung. Ebenso stünden nunmehr ausreichend Lagermöglichkeiten für die Ausrüstung der ehrenamtlichen Gemeinschaften zur Verfügung, die bislang auf mehrere Standorte und Garagen in Ebern aufgeteilt gewesen seien.

 

"Die Rettungswache Ebern bietet heute die besten Arbeitsbedingungen im gesamten Landkreis", sagte der Kreisvorsitzende. Und: Das Raumangebot der neuen Rettungswache habe es möglich gemacht, in Ebern ein Mehrgenerationenhaus aufzumachen, "von dem ich hoffe, dass es in kurzer Zeit das Mutterhaus in Haßfurt mit seinen Angeboten und damit wie es angenommen wird, überholt hat".  Zunächst beginnt es mit einem Baby- und Kleinkindtreff mit Elterncafé. Den Startschuss hätten 21 engagierte Eltern mit ihren Kleinkindern bei ihrem ersten Treffen am 19. März in der Außenstelle Ebern gegeben. Weitere Hauptschwerpunkte der Arbeit des Mehrgenerationenhauses sollen bürgerschaftliches Engagement,  Integration und Bildung, Alter und Pflege, familienunterstützende Dienstleistungen sowie Projekte aller Generationen, die auf gegenseitige Hilfestellung bauen, sein.

 

"Das heutige Rote Kreuz ist stark verwurzelt in Ebern", freute sich Rudolf Handwerker, der nach dem Ausscheiden aus seinem Amt als Landrat im Mai noch drei Jahre Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes bleibt. Von den derzeit 12.176 Fördermitgliedern kämen 2610 aus den Gemeinden in und um Ebern.

 

Der Erwerb und Umbau des neuen Rotkreuz-Hauses habe rund 860.000 Euro gekostet.

"Ohne das außerordentliche Engagement unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre diese große Baumaßnahme nicht möglich gewesen." In Eigenleistung seien 6800 Stunden für Abrissarbeiten,  Maurerarbeiten, Malerarbeiten, Deckenabhängung, die Installation von Elektrik,  EDV und  kleine Verputzerarbeiten, sowie die Gestaltung der Außenanlagen erbracht worden.

 

Dank sagte Handwerker stellvertretend für alle hauptamtlichen Mitarbeiter an die Rettungsassistenten und Wachleiter Jürgen Geisel und seinen Stellvertreter Marcus Leonhardt und für alle ehrenamtlichen Mitarbeiter an Bereitschaftsleiter Sascha Reif und seine Stellvertreterin Daniela Schmidt, sowie Andreas Einwag für die Wasserwacht Ortsgruppe Ebern. Die restlichen Gewerke wurden hauptsächlich an örtlich ansässige Firmen vergeben. 

 

Handwerkers Dank galt allen Zuschussgebern, der heimischen Wirtschaft und der Industrie, sowie der Stadt Ebern, die dem BRK das Grundstück mit Gebäude zu einem bezahlbaren Preis überlassen habe, und den am Bau beteiligten Firmen, Gönnern und Spendern. So seien von Firmen und der Bevölkerung 30.000 Euro gespendet worden, 80.765 Euro Zuschüsse gab es von den Gemeinden im Einzugsgebiet der Rettungswache,  50.000 Euro vom Landkreis Haßberge, 20.000 Euro vom Blutspendedienst, 27.000 Euro von der Aktion Mensch für einen barrierefreien Umbau sowie weitere großzügigen Sach- und Geldspenden von Fördermitgliedern. Eine Spendentafel im Treppenhaus verdeutlicht die große Anzahl an Spendern und Unterstützern. Trotz dieser Unterstützung musste das BRK Eigenmittel in Höhe von rund 465.000 Euro aufbringen.

 

Bürgermeister Robert Herrmann gratulierte dem BRK zu dem neuen Rettungszentrum, die Stadt sei stolz darauf. Gemeinsam mit BRK, AWO und Caritas sei im Gewerbepark eine Art "Sozialzentrum" entstanden. Auch wenn die Schließung der ehemaligen Kaserne für die Stadt eine Katastrophe gewesen sei, so habe sich mit dem Gewerbepark daraus nun etwas Positives entwickelt. Herrmann dankte allen BRK-Mitarbeitern für deren Hilfsbereitschaft für Mitmenschen. Durch die Rettungswache in Ebern steige die Sicherheit für die Bevölkerung, damit leiste das BRK einen Beitrag zur Lebensqualität.

 

Rettung rund um die Uhr

Der Versorgungsbereich der Rettungswache Ebern mit Notarztdienst für die Stadt Ebern, Gemeinde Kirchlauter, Markt Maroldsweisach, Gemeinde Untermerzbach, Gemeinde Pfarrweisach, Markt Rentweinsdorf, Gemeinde Breitbrunn bedarf einer jährlichen Rettungsdienstvorhaltung von 24.280 Stunden, die 35.120 Personalstunden zur Folge hat. 
Diese Vorhaltung setzt sich aus 4680 Notarzteinsatzfahrzeug-, 2080 Krankentransport- und 8760 Rettungs- und Notarztwagen-Stunden zusammen. Der Notarzt steht an 365 Tagen rund um die Uhr zur Verfügung.
Derzeit stehen dem Rettungsdienst am Standort Ebern drei Rettungsmittel (Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeug und Krankentransportwagen) und dem Katastrophenschutz  ein Rettungswagen und ein Vier-Trage-Wagen für die Schnelleinsatzgruppe Transport zur Verfügung.
Für die sozialen Dienstleistungen des Kreisverbandes stehen in Ebern 21 Kraftfahrzeuge für den Behindertenfahrdienst und die Sozialstation bereit.
Neben der Nutzung als Rettungswache mit 29 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind im Erdgeschoss Räumlichkeiten für die Bereitschaft Ebern mit derzeit 55 Mitgliedern, die Wasserwachtsortsgruppe Ebern mit derzeit 94 Aktiven und 114 Passiven Mitgliedern (gesamt 208 Mitglieder),  das Jugendrotkreuz und  die derzeit 15 Mitarbeiter des Pflegestützpunktes der BRK-Sozialstation Haßberge entstanden.

BRK-Bezirksvorsitzender Eduard Lintner sprach die konzeptionelle Vielfalt an, die das BRK der Gesellschaft heutzutage biete. Diese Fülle von Aufgaben sei nur durch motivierte haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zu leisten. Aus der Bereitschaft anderen zu dienen, resultiere das Hohe Ansehen des BRK weltweit. Die Leistungen des BRK in Ebern seien ein wichtiger Baustein dazu. Nicht zuletzt könnten alle Mitarbeiter stolz auf ihre Eigenleistungen beim Um- und Neubau des Rotkreuzhauses sein.

 

Renate Moller, stellvertretende Geschäftsleiterin des Zweckverbandes für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung, legte Zahlen vor: So wurden im vergangenen Jahr von der Rettungswache Ebern aus 1025 Notfall- und Notarzteinsätze sowie 1100 Krankentransporte durchgeführt. Das entspreche einem Anteil von 20 Prozent aller Einsatzfahrten im gesamten BRK-Kreisverband Haßberge. Die neue Rettungswache biete ein modernes Arbeitsumfeld, das Mitarbeiter motiviere und sich so auch positiv auf die in der Notfallrettung und im Krankentransport betreuten Patienten auswirke.

 

Diplomingenieur Rainer Kitzinger, der die Arbeiten koordiniert hatte, überreichte einen symbolischen Schlüssel zur Übergabe der neuen Rettungswache an BRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger, BRK-Kreisvorsitzenden Rudolf Handwerker, Rettungsdienstleiter Helmut Schroll und Wachleiter Jürgen Geisel, bevor die beiden Pfarrer Rudolf Theiler und Bernd Grosser die Segnung vornahmen.

Musikalisch wurde der Festakt von den "Akkofrogs" von der Musikschule Ebern unter der Leitung von Karin Meyer Jungclaussen gestaltet. Anschließend konnten sich die Festgäste leckeres Mittagessen aus der Feldküche des BRK Hofheim schmecken lassen und sich bei einem Rundgang durch die Rettungswache von der modernen Einrichtung und den funktionellen Räumen überzeugen. Auf dem Freigelände gab es neben einer Fahrzeugschau viele weitere Informationen rund um die Arbeit des BRK.

 

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